“Coffee is black“ – wie Starbucks in die Rassismus-Offensive geht

In einem Starbucks in Philadelphia  umzingeln sechs Polizisten zwei Männer. Ruhig sprechen sie mit ihnen, dann schnallen sie ihnen Handschellen um und führen sie ab. Was ist vorgefallen?
Ein paar Minuten vorher:

Die Männer sitzen im Starbucks und warten auf einen Freund. Die Managerin des Cafes fordert sie auf entweder etwas zu bestellen oder zu gehen. Sie bleiben jedoch sitzen, ohne etwas zu bestellen. Daraufhin ruft sie die Polizei.

Das was darauf folgt nimmt eine Frau mit ihrem Handy auf. Darin sieht man auch, wie ein weiterer (weißer) Mann mit einem Polizisten redet: „Warum wurden sie gebeten zu gehen?“ Er dreht sich zu den anderen Gästen um: „Wer findet das auch lächerlich? Das ist absolute Diskiminierung“.
Der Mann, der mit dem Polizisten spricht, ist Immobilienmarkler. Auf ihn hatten die Beiden gewartet. „Was haben sie getan?“ fragt er den Polizisten  „Nichts haben sie getan“, antwortet eine Frauenstimme, „Ich habe die ganze Sache beobachtet“.

Die beiden Männer, die wie Schwerverbrecher in Handeschellen abgeführt werden, sind Afro-Amerikaner.
Das Video geht in den sozialen Netzwerken viral. Über 6 Millionen Menschen klicken es an. Die allgemeine Empörung  ist riesig. Menschen laufen mit Bannern und Schildern zu der Starbucks-Filiale in Philadelphia: „Coffee is black“ ließt man oder „ENOUGH! Shame on you, Starbucks!“. Sie fordern die Entlassung der Managerin der Filiale.

Und, sie werden gehört. Firmenchef Kevin Johnson meldet sich zu Wort, beschreibt den Vorfall als „entmutigend“ und „verwerflich“, entlässt die Managerin des Starbucks in Philadelphia. Johnson lädt die beiden Männer ein und entschuldigt sich persönlich bei ihnen.
Und gestern dann das: Der Konzern kündigt an, dass am 29. Mai  8000 Filialen in Amerika geschlossen sein werden: für ein Anti-Diskriminierungstraining für über 175.000 Angestellte.

Starbucks geht damit in die Offensive und erkennt an, dass das Problem nicht nur ein einzelner Vorfall in einer Filiale war – sondern ein gesellschaftliches ist: „Dies ist nicht begrenzt auf Starbucks, deshalb möchten wir Teil der Lösung sein. Unsere Filialen einen Tag lang für ein Anti-Diskriminierungstraining zu schließen ist nur ein Schritt auf dieser Reise,…“ schreibt Firmenchef Kevin Johnson in einer Stellungnahme.

Hier geht es zum Video, das die Verhaftung zeigt.

 

Wie findet ihr den Schritt von Starbucks?

2 thoughts on ““Coffee is black“ – wie Starbucks in die Rassismus-Offensive geht”

  1. Hmmmm … wenn ich das jetzt richtig verstehe, hat die Managerin die Herren nicht wegen ihrer Hautfarbe aufgefordert zu gehen, sondern … und das ist hier in Restaurants und Cafes doch ebenfalls Firmenprogramm … weil sie nichts bestellten.
    Die Polizei zu rufen finde ich persönlich total übertrieben, aber auch hier: Hausrecht ausgeübt.
    Die Verhaftung in Handschellen ist … dass müsstest du mir jetzt beantworten … relativ üblich, selbst bei Kleinigkeiten, oder?

    Grundsätzlich finde ich ein Vorgeben gegen Rassismus gut, aber der Vorfall erscheint mir dramatisiert.

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